Widersprüchliche Gefühle im Todesfall – Fortbildung mit Christina Pawliczek

Der Umgang mit Tod und Sterben konfrontiert Angehörige und Zugehörige oft mit einem breiten Spektrum an Gefühlen – Trauer, Erleichterung, Wut, Dankbarkeit, Ohnmacht, Liebe oder sogar Schuld. Diese Gefühle bestehen nicht selten gleichzeitig und können sich gegenseitig widersprechen. In der Fortbildung standen genau diese widersprüchlichen emotionalen Reaktionen im Mittelpunkt – sowohl die eigenen Gefühle der Begleitenden als auch jene der Angehörigen und Zugehörigen.

Im Austausch wurde deutlich, wie wichtig es ist, diese Ambivalenzen wahrzunehmen und anzuerkennen. Gefühle im Todesfall folgen keiner klaren Logik; sie sind individuell, komplex und manchmal schwer auszuhalten. Für Ehrenamtliche im Hospizdienst bedeutet das, sich nicht als „Problemlöser“ zu verstehen, sondern als Menschen, die präsent bleiben – auch wenn sich Situationen oder Emotionen nicht auflösen lassen.

Das Fazit der Fortbildung war klar: Der größte Beitrag der Ehrenamtlichen besteht im Aushalten, im Dasein und im empathischen Zuhören. Durch Offenheit und eine wertfreie Haltung entsteht ein geschützter Raum, in dem Angehörige und Zugehörige ihre widersprüchlichen Gefühle zulassen, ausdrücken und schließlich integrieren können. Gerade dieses stille Mittragen schafft Verbundenheit und Entlastung.

Die Fortbildung war sehr informativ, bot wertvolle Impulse zur Selbstreflexion und hat allen Teilnehmenden spürbar gutgetan. Sie hat erneut gezeigt, wie wesentlich menschliche Präsenz in Zeiten des Abschieds ist – und wie viel Kraft im einfachen „Da sein“ liegt.
Wir danken der Referentin Christina Pawliczek.

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